Obst- und Gartenbauverein Ofterdingen e.V. | 72131 Ofterdingen
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Unser Vereinsheim
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Am Samstag, 24. Januar 2026 konnten wir bei sonnigem und kaltem Winterwetter 40 Teilnehmer zum Schnittkurs im Ofterdinger Baumfeld begrüßen.

Unser Referent Joachim Reutter vom OGV Mössingen zeigte uns zuerst den Pflanzschnitt an zwei kürzlich gepflanzten Jungbäumen, einer Quitte und einer Kirsche. Zuerst erläuterte er uns den richtigen Kronenaufbau mit 3 – 4 Leitästen und einer Mitte. Danach zeigte er uns den Umkehrschnitt. Dabei wird der Leitast auf ein nach Innen weisendes Auge geschnitten. Die darunterliegenden Innenaugen werden ausgebrochen, während das darunterliegende oberste Außenauge bestehen bleibt. 

Im Frühjahr treiben sowohl das Innenauge als auch das Außenauge aus. Im folgenden Jahr wird der nach innen weisende Trieb und der Stummel der alten Leitastspitze entfernt. Der nach außen weisende Trieb, der aus dem Umkehrauge hervorgeht, bildet nun die neue Leitastspitze. Damit können steil stehende Leitäste flacher gestellt werden.

Anschließend führte uns Joachim Reutter den Erziehungsschnitt an einer Reneklode vor. Im weiteren Verlauf des Schnittkurses wurde der Erhaltungsschnitt an einem ca. 30jährigen Brettacher Apfelbaum gezeigt. Typisch für den Brettacher sind die sehr langen Jahrestriebe. Dabei wurde nochmals darauf hingewiesen, dass man nicht alle Jahrestriebe bzw. Wasserschosser in einer Saison schneiden soll, da ansonsten der Wiederaustrieb bei vitalen Bäumen stark gefördert wird (Bildung einer Vielzahl von Wasserschossen). Wenn man einzelne Triebe stehen lässt, wird der Baum ruhiger und man hat mit der Zeit weniger Arbeit mit dem Schneiden.

Nach zwei Stunden Schnittkurs nahmen wir dann gerne die Möglichkeit in Anspruch, uns im Vereinsheim des OGV bei Kaffee, Tee, Hefezopf, Roten sowie verschiedenen Getränken aufzuwärmen und über den Schnittkurs bzw. die gezeigten Techniken zu fachsimpeln.

Im Zusammenhang mit dem Schnittkurs möchten wir auf die unbedingt notwendige Entfernung der Misteln aus den Bäumen hinweisen. Misteln leben als Halbschmarotzer von den Nährstoffen ihres Wirtsbaumes und schwächen ihn. Kommen noch weitere ungünstige Umstände wie eine längere Trockenheit dazu, führt dies bei einem hohen Befallsdruck über kurz oder lang zum Tod des Baumes. Zudem werden die Früchte der Misteln von Vögeln auf andere Bäume verbracht, sodass bald weitere Bäume in der Umgebung von Misteln befallen sind.

Obst- und Gartenbauverein Ofterdingen e.V.
c/o Barbara Meier
Webergasse 4, 72131 Ofterdingen
Telefon: 07473-2108675
E-Mail: info@ogv-ofterdingen.de

Lehrgarten:
Birkenstr. 19, 72131 Ofterdingen